24.10.2005, von Matthias Beckmann

1. Bergungsgruppe übt Retten von Personen aus Fahrzeugen

Rettung von Personen aus Fahrzeugen stand am 24.10.2005 für die 1. Bergungsgruppe auf dem Stundenplan.

Ronnenberg. An zwei Ausbildungsdiensten im Oktober übte die 1. Bergungsgruppe das Retten von Personen aus Kraftfahrzeugen. Höhepunkt der Ausbildung war dabei am Montag, 24.10.05 das Retten aus einem verunfallten Fahrzeug mittels hydraulischer Rettungsgeräte (Schere/Spreizer).

Bereits zwei Wochen zuvor wurde das Vorgehen bei einem solchen Unfall theoretisch durchgespielt, wobei auf dem Thema "Airbags" ein besonderer Schwerpunkt lag. Nicht ausgelösten Airbags nach einem Unfall müssen Rettungskräfte besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen, da es ansonsten durch ein mögliches plötzliches Auslösen zu schweren Verletzungen kommen kann. Die Autoindustrie hat in moderneren Fahrzeugen jedoch schon bestimmte Sicherheitsmechanismen eingebaut, die ein Auslösen nach dem Unfall verhindern sollen.

Weiterhin wurde als weiteres Thema das Sichern von Einsatzstellen wiederholt. Am Ende des ersten Ausbildungsabends übten sich alle dann noch einmal in Erster Hilfe, sowohl theoretisch als auch praktisch. Im Anschluß ging es auf den Hof, wo das Retten von Fahrer und Beifahrer aus verschiedenen Fahrzeugen auf dem Programm stand: PKW, MTW, GKW 1.

Die Unfallstelle wurde zunächst abgesichert und ausgeleuchtet. Nach der Sicherung des vermeintlich verunfallten Fahrzeug wurden zunächst vorsichtig die Scheiben in den Türen von Fahrer und Beifahrer entfernt, zu Übungszwecken auch die hinteren Scheiben und die Heckscheibe. Es wurden die Kotflügel vorne zusammengequetscht, um dann die Türen im entstandenen Spalt aus den Scharnieren zu drücken, anschließend wurden die Türen herausgenommen. Dann wurden beide A-Säulen mit der hydraulischen Schere durchtrennt. Mit dem Holzsägeblatt des Bergungsbeils wurde dann die Frontscheibe im unteren Bereich "abgesägt", damit jeder Helfer ein Gefühl dafür bekam, wurde die gesamte Frontscheibe hinausgeschnitten.

Anschließend wurden die B-Säulen oberhalb der Höheneinstellung des Gurtstraffers durchgeschnitten, dann ein paar Schnitte vor der C-Säule in Richtung Dachmitte durchgeführt. Nun konnte das gesamte Dach nach hinten weggeklappt werden; es wurde mit Leinen gegen ein Zurückklappen durch Wind gesichert. Es wurde im Pedalbereich ein Ausschnitt gefertigt; im Einsatzfall hat der Notarzt so einen Blick auf die Füße des Fahrers.

Bevor dann die Lenksäule nach oben gezogen wurde, wurden zur Sicherung auf beiden Seiten Bausteifen eingesetzt. Nun hätten Fahrer und Beifahrer "bequem" gerettet werden können.

Matthias Beckmann
THW Ortsverband Ronnenberg


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