Mit 290 PS unterm Hintern

Ausbildung, Einsätze und Übungen: Was wären diese im THW ohne ihre rund 8.500 Nutzfahrzeuge?! Technisches Grundwissen bringen alle Ehrenamtlichen im THW mit in den Dienst. Doch auch für die Bedienung der essentiellen Fahrzeuge bedarf es erfahrener Spezialistinnen und Spezialisten. Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer vermögen es dabei nicht nur die riesigen Fahrzeuge mit Blaulicht zu fahren. Es ist eine Vielzahl von Aufgaben, die die Kraftfahrerinnen und der Kraftfahrer bewerkstelligt, ohne die ein Einsatz nahezu unmöglich wäre.

„Wo andere an ihre Grenzen stoßen, kommen wir zum Einsatz“, sagen Teresa Hofstätter und Frank Paulsen aus den Ortsverbänden Eckernförde und Schleswig stolz. Und in der Tat ist die Rolle der beiden im THW nicht zu unterschätzen. Denn im wahrsten Sinne des Wortes rollt ohne die beiden im Einsatz nichts. Als Kraftfahrerin und Kraftfahrer (Kf) fahren sie die Nutzfahrzeuge zum Ort des Geschehens und liefern somit das Equipment, ohne das Rettungsmaßnahmen technisch nicht möglich wären. Das ist zum Beispiel bei schweren Bergungen, Seilwindearbeiten, dem Abriss von Wänden, dem Freilegen von Kellerräumen sowie bei Überschwemmungen und Bränden der Fall.

Das umsichtige und routinierte, aber auch eilige Fahren der 18-Tonnen-Fahrzeuge unter Einsatzbedingungen, bei Ausbildungen und Übungen unter Beachtung der geltenden Gesetze und Vorschriften macht dabei nur einen Teil aus. Als Kraftfahrerin und Kraftfahrer im THW ist man im Besonderen für die Pflege, Wartung und Reparatur des Fahrzeuges verantwortlich. Dazu gehört ebenso, dass die zahlreichen Geräte, die sie mit sich führen, überwacht, gewartet, gesteuert und fachmännisch herausgegeben werden. Des weiteren müssen sie Unfälle, Verluste und Defekte melden. THW-Kf sind folglich immer Geräteverantwortliche und führen Nachweishefte. 
Im Einsatzfall bleiben die Kf stets an ihrem Fahrzeug, halten es in ständiger Fahrbereitschaft, überwachen den Verbrauch von Betriebsstoffen und stellen die Versorgung sicher.

Die Funktion „Kf“ im THW bildet eine Zusatzfunktion im Technischen Zug. Daher absolvieren alle Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer nach ihrer THW-Grundausbildung eine Ausbildung auf Standortebene. Nur so können sie eine THW-Fahrgenehmigung erhalten. Je nachdem, welches Fahrzeug geführt werden soll, werden die Auszubildenden für PKW oder LKW geschult. Nach Bestehen der fünfjährigen Erprobungsphase erfolgt die endgültige Berufung zum THW-Kf.

Teresa Hofstätter ist gelernte KFfz-Mechatronikerin, Frank Paulsen ist hauptberuflich Baumaschinenmechaniker. So war für beide die Zusatzausbildung im THW mehr als naheliegend. Bereits beruflich im Kfz-Gewerbe zu Hause profitieren sie von ihrem Fachwissen über Motoren- und Fahrzeugtechnik sowie Gerätekunde. Fast wichtiger ist jedoch die Begeisterung für ihre Rolle: „290 PS unterm Hintern ist natürlich eine schöne Sache!“, sagt Theresa. Aber man muss auch nervenstark und belastbar sein, denn eine große Einsatzgruppe verlässt sich auf die Kraftfahrerinnen und -fahrer. Zuverlässigkeit, Weitblick und großes Verantwortungsbewusstsein sind für die Kraftfahrer und Kraftfahrerinnen elementar. Und man muss seine Grenzen kennen, sagen die beiden, „weil das Ding sonst nachher auf der Seite liegt.“

Quelle: www.thw.de