27.12.2005, von Bernhard Rodeck

Großfeuer in Barsinghausener Einkaufszentrum

Großfeuer in Barsinghausener Gewerbegebiet hält Feuerwehr und THW mehr als 24 Stunden in Atem!

Barsinghausen (Region Hannover). Am frühen Morgen des 27.12.2005 brach im Lager eines Restpostenmarktes im Gewerbegebiet "Reihekamp" in Barsinghausen ein Feuer aus. Obwohl die Feuerwehr bereits um 04:15 Uhr alarmiert wurde, konnte ein Übergreifen der Flammen auf den Dachbereich und nachfolgend auf die Verkaufsflächen nicht verhindert werden. Die Flammen breiteten sich rasant aus. Alle umliegenden Ortsfeuerwehren der Stadt Barsinghausen wurden zur Brandbekämpfung herangezogen, so dass schnell weit über 200 Einsatzkräfte eingebunden waren. Das Löschwasser wurde nicht nur aus dem Hydrantennetz entnommen, sondern musste teilweise auch über lange Wegstrecken herangeführt oder aus einem nahe gelegenen Regenrückhaltebecken entnommen werden.

Beim Einsturz eines Teiles des Hallendaches wurden zwei Feuerwehrkameraden verletzt und mussten durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Aufgrund der ungeheuren Rauchentwicklung konnten auch im Außenangriff vielfach nur mit Atemschutz vorgegangen werden. Bei Tagesanbruch hatte das Feuer auch auf einen benachbarten Fitnesscenter mit Saunabereich und ein Spielwarengeschäft übergegriffen, so dass ein Gebäudekomplex mit einer Ausdehnung von ca. 5000m² In voller Ausdehnung brannte. Unterstützung erhielten die Barsinghäuser Kräfte auch durch Atemschutzgeräteträger von Feuerwehren der Gemeinde Wennigsen sowie der Städte Ronnenberg, Seelze und Laatzen. Zur Brandbekämpfung wurden unter anderem drei Drehleitern eingesetzt. Die beiden Messwagen der Abschnitten 2 und 3 nahmen regelmäßig Luftmessungen vor.

Die Feuerwehr richtete mehrere Bekämpfungsabschnitte ein. Zur Gesamteinsatzleitung stand unter anderem der Einsatzleitwagen der FTZ Ronnenberg zur Verfügung. Ab ca. 10 Uhr war der THW Ortsverband Ronnenberg mit zwei Fachberatern an der Einsatzstelle vertreten. Eine Anforderung zur Unterstützung bei der Wasserförderung wurde aufgrund der Länge der Wegstrecke wieder verworfen. Gegen Mittag wurde dann der Auftrag an das THW herangetragen bei der Löschwasserrückhaltung bzw. beim Abpumpen von mit kontaminierten Löschwasser aus Vorflutern und einem Rückhaltebecken mitzuwirken. Auf Anweisung der unteren Wasserbehörde setzte die zweite Bergungsgruppe des Ortsverbandes u.a. zwei Tauchpumpen mit einer Leistung von je. 1500 l/min und einen Stromerzeuger ein, um das Wasser in das Abwassernetz zu befördern.

Gegen 13.20 Uhr wurden dann die erste Bergungsgruppe und die Fachgruppe Räumen des THW Ronnenberg alarmiert. Zur Unterstützung der Löscharbeiten der Feuerwehr sollten Zugänge in die Hallenbereiche, deren Decken mittlerweile komplett zusammen gebrochen worden waren, geschaffen werden. Vor Ort waren jedoch zunächst hohe Metallzäune zu entfernen und die Arbeitsstelle durch Niederlegen von Gebäudeteilen provisorisch zu sichern. Die Spezialisten des THW setzen dabei neben dem Radlader auch das Brennschneidgerät ein. Zur Unterstützung beim Ausleuchten der Einsatzstelle wurde die Fachgruppe Beleuchtung des Ortsverbandes Wunstorf mit ihrem Lichtmastanhänger frühzeitig hinzugezogen. Außerdem bauten die Ronnenberger Helfer Stative mit Halogenscheinwerfern und zwei HQL-Hochleistungslampen auf.

Aufgrund der Vielzahl von Anforderungen für das Bergungsräumgerät aus den Einsatzabschnitten wurden gegen 16 Uhr auch der Technische Zug Burgdorf mit seiner Fachgruppe Räumen alarmiert. Außerdem stellten die Kräfte zusätzliches Beleuchtungsmaterial für den rückwärtigen Hallenbereich zur Verfügung. Im Rahmen der Nachlöscharbeiten setzte die Feuerwehr große Mengen von Löschschaum ein. Dieser wurden zunächst aus den umliegenden Gemeinden herangezogen. Mehrere Tausend Liter Schaummittel stellten die Werkfeuerwehr Honeywell aus Seelze und die Berufsfeuerwehr Hannover zur Verfügung. Das Ronnenberger Bergungsräumgerät wurde zeitweise mit der Palettengabel ausgerüstet um die zum Teil sehr großen Schaummittelgebinde an die einzelnen Schaumwasserwerfer zu transportieren.

Mit Eintreffen des Burgdorfer Radladers konnten dann die Räum- und Sicherungsarbeiten in zwei Abschnitten parallel vorgenommen werden. Wände wurden eingerissen und Trümmer zur Seite geschoben. Der Einsatz hatte zunächst zum Ziel Wege in das Brandgut zu schieben, um dann die einzelnen teilweise immer noch recht heftig brennenden Nester zu erreichen. Schwierigkeiten bereiteten den THW Helfern neben einer großen Dachfolie, die sich nahezu über dem gesamten Hallenbereich erstreckte, sehr viele Wasser- und Heizungsrohe. Ein Vordringen der Bergungsräumgeräte musste kontinuierlich durch Atemschutzgeräteträger mit Motortrennschleifer, Brennschneidgerät und hydraulischem Schneidgerät unterstützt werden. Hierbei kamen sowohl Pressluftatmer wie auch Filtergeräte zum Einsatz.

Am späteren Abend entsandten die THW Ortsverbände Springe und Stadthagen jeweils einen Unterstützungstrupp, der einerseits Ersatz für schadhaftes Gerät lieferte und andererseits die Bergungshelfer aus Ronnenberg und Burgdorf unterstützte. Der Austausch der Helfer die sich teilweise bereits seit Mittag im Einsatz befanden, erfolgte schichtweise. Gegen 02:00 Uhr hatte das Technische Hilfswerk die Brandnester soweit ausgeräumt, dass keine offenen Flammen mehr erkennbar waren. Die Radlader und danach weitere Sicherungsarbeiten an den noch stehenden Gebäudeteilen durch. Dabei wurden Wände niedergelegt und Stützen sowie Dachträger umgerissen, damit diese keine weitere Gefahr darstellten. Mehrere Trupps mit Kettensägen waren im Einsatz.

Ab ca. 04:00 Uhr Nachts konnten die Bergungs- und Räumeinheiten des THW ein Einsatzstelle verlassen. Vor Ort verblieben lediglich die Beleuchtungskräfte und eine Brandwache, die bei Anbruch des Tageslichtes mit dem Rückbau begannen. Die Verpflegung stellte eine Betreuungseinheit des Arbeiter Samariter Bundes aus Barsinghausen sowie ein Versorgungskomponente der Ortsfeuerwehr Großgoltern sicher. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen beläuft sich der Gesamtschaden auf mehrere Millionen Euro.

THW OV Ronnenberg (29 Helfer)

  • MTW-Ztr.
  • GKW I / NEA30
  • MZKW-WB (WB-Bergung) / Anh.-Lafette (WB-Räumen)
  • MTW-Jugend
  • Kipper Ldkr / Anh.-Tieflader
  • BRmG
  • MLW-R
  • PKW-OV

THW OV Wunstorf (4 Helfer)

  • MLW-III / Anh.-Lichtmast

THW OV Burgdorf (14 Helfer)

  • MTW-Ztr.
  • GKW I
  • GKW II / NEA105
  • MLW-Jugend
  • Kipper Ldkr / Anh.-Tieflader
  • BRmG

THW OV Springe (3 Helfer)

  • GKW I

OV Stadthagen (3 Helfer)

  • MLW II

Bernhard Rodeck
THW Ortsverband Ronnenberg


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